Fabricard

MTG Proxies beidseitig drucken

Proxies mit echter Kartenrückseite fühlen sich am Tisch besser an und brauchen keine Sleeves mit undurchsichtiger Rückseite. Beim Beidseitig-Drucken gehen zwei Dinge schief: Beim Wenden des Blattes tauschen links und rechts physisch die Plätze, die Rückseiten müssen also gespiegelt gedruckt werden. Und Heimdrucker legen die zweite Seite selten exakt über die erste, 1 bis 3 mm Versatz sind normal. Fabricard löst beides: Der Export "Duplex PDF (fronts + backs)" schreibt eine Datei mit korrekt gespiegelten Rückseiten-Seiten, und die Reihen-Offsets gleichen den Versatz deines Druckers aus. Die Oberfläche des Tools ist englisch; jeder Button wird hier mit seinem englischen Namen genannt und auf Deutsch erklärt.

Ein Duplex-PDF, ein Testblatt, Offsets eintragen, Stapel drucken.

Der Workflow im Überblick

Duplex-PDF exportieren

Deck laden, Layout einstellen und im Block "Export" auf "Duplex PDF (fronts + backs)" klicken. Es entsteht eine Datei, proxies_duplex.pdf, mit abwechselnden Seiten: Bogen 1 Vorderseiten, Bogen 1 Rückseiten, Bogen 2 Vorderseiten und so weiter. Jede Karte bekommt ihre echte Rückseite: doppelseitige Karten (DFC) ihre zweite Kartenseite, alle anderen dein hochgeladenes Rückseiten-Bild oder den Platzhalter. Die Schneidelinien (Cut Guides) druckt die Duplex-Datei nur auf den Vorderseiten - geschnitten wird von vorn, die Rückseiten brauchen keine eigenen Linien.

Wendekante wählen

Neben dem Button sitzt die Auswahl "Long edge flip" (Standard) / "Short edge flip". Die Rückseiten-Seiten werden passend zur gewählten Wendekante gespiegelt. Die Auswahl muss zu dem passen, was dein Drucker macht: Automatik-Duplex auf dieselbe Kante stellen, beim manuellen Wenden den Stapel über genau diese Kante drehen.

Ein Testblatt drucken

Seite 1 und 2 der Duplex-Datei beidseitig drucken (oder Seite 1 drucken, Blatt wieder einlegen, Seite 2 darauf drucken). Immer bei 100 Prozent (tatsächliche Größe), nie "an Seite anpassen".

Versatz messen und Offsets eintragen

Blatt gegen das Licht halten oder eine Karte ausschneiden und prüfen, wie weit die Rückseite daneben liegt. Den gemessenen Versatz trägst du im Block "Row Align" ein (Details unten). In der Duplex-Datei wirken die Offsets nur auf die Rückseiten-Seiten, die Vorderseiten bleiben die Referenz. Danach neu exportieren und den Test wiederholen.

Den ganzen Stapel drucken

Passt das Testblatt, druckst du die komplette Duplex-Datei beidseitig. Die Offsets bleiben gesetzt, bis du sie änderst oder per "Reset offsets" auf null stellst.

Eigene Kartenrückseiten

Upload Custom Backs

In der linken Seitenleiste lädst du über "Upload Custom Backs" ein eigenes Rückseiten-Bild hoch. Es ersetzt die eingebaute Standard-Rückseite auf allen normalen Karten - niemals aber die echte zweite Seite von DFCs. Ohne Upload verwendet der Rückseiten-Druck die eingebaute Standard-Rückseite.

Doppelseitige Karten (DFC)

Transform- und Modal-Karten behalten automatisch ihre echte zweite Kartenseite. "Flip Backs" zeigt bei DFCs die Rückseite der Karte, bei allen anderen dein hochgeladenes Rückseiten-Bild.

Kanten angleichen

Die Funktion "Edge Darkening" kann auf Wunsch auch Kartenrückseiten einbeziehen, damit der äußere Rand einheitlich dunkel wird und Schnittkanten sauber aussehen. Dafür gibt es den eigenen Schalter "Edge darkening on card backs" im Edge-Darkening-Block; er ist standardmäßig aus, Rückseiten bleiben also unangetastet, bis du ihn bewusst einschaltest.

Lange Kante oder kurze Kante?

Wenn dein Drucker automatischen Duplex-Druck kann, fragt der Druckdialog nach der Wendekante. Für die Kartenblätter im Hochformat (A4 oder US Letter) gilt:

Beim Wenden an der langen Kante tauschen links und rechts physisch die Plätze. Der Duplex-Export rechnet genau das ein: Die Rückseiten-Seiten sind passend zur gewählten Wendekante gespiegelt, jede Rückseite landet hinter ihrer eigenen Vorderseite - auch DFCs in der linken oder rechten Spalte. Im Querformat tauschen die Achsen mit dem Blatt (lange Kante spiegelt dort die Zeilen), auch das erledigt der Export automatisch.

Viele Heimdrucker sind im manuellen Verfahren (Blätter von Hand wieder einlegen) präziser als im Automatik-Duplex. Wenn dein Automatik-Duplex trotz Offsets nicht sauber trifft, drucke die Duplex-Datei in zwei Läufen: erst nur die ungeraden Seiten, Stapel wenden, dann nur die geraden Seiten.

Der alte Weg für Fortgeschrittene: zwei getrennte PDFs

Vor dem Duplex-Export lief Beidseitig-Drucken über zwei Dateien: "Export as PDF / Print" liefert die Vorderseiten (proxies.pdf), und der Button "Face Visible" (im Menü "More" des Export-Blocks) exportiert die gerade sichtbare Kartenseite - nach einem Klick auf "Flip Backs" also alle Rückseiten als proxies_backs.pdf. Dieser Weg existiert weiter und hat einen echten Einsatzzweck: einen Vorrat einheitlicher Rückseiten-Bögen vorzudrucken, denn der Rückseiten-Lauf druckt exakt das, was die Vorschau zeigt, ohne Spiegelung.

Genau darin liegt aber auch seine Grenze: Die Rückseiten stehen an denselben Positionen wie die Vorderseiten. Nach dem Wenden an der langen Kante sind links und rechts physisch vertauscht, nur die mittlere Spalte kann inhaltlich je auf ihrer eigenen Vorderseite landen - kein Offset-Wert korrigiert einen Spaltentausch. Bei einer einheitlichen Rückseite für alle Karten ist das egal (jede Rückseite hinter jeder Vorderseite ist richtig). Sobald aber DFCs mit unterschiedlichen Rückseiten in der linken oder rechten Spalte liegen, kann der manuelle Weg sie prinzipiell nicht ausrichten - dafür gibt es den Duplex-Export oben.

Seitenreihenfolge und Papier wieder einlegen

In der Duplex-Datei gehört jede gerade Seite auf die Rückseite der ungeraden Seite davor. Mit Automatik-Duplex erledigt das der Drucker. Druckst du in zwei Läufen von Hand (Duplex-Datei: erst ungerade, dann gerade Seiten; alter Weg: erst Vorderseiten-PDF, dann Rückseiten-PDF), gilt:

Markiere beim Testblatt eine Ecke mit Bleistift, bevor du es wieder einlegst. So siehst du sofort, wie dein Drucker das Blatt führt, und kannst die Orientierung für den ganzen Stapel übernehmen.

1-3 mm Versatz korrigieren: die Reihen-Offsets

Der Block "Row Align" in der rechten Seitenleiste ist das Kernwerkzeug dieser Anleitung. Er verschiebt beim PDF-Export jede der drei Kartenreihen einzeln:

So gehst du vor: Testblatt drucken, Versatz der Rückseite pro Reihe messen und die Gegenwerte eintragen. Liegt die Rückseite in Reihe 3 zum Beispiel 1,5 mm zu weit links und 0,5 mm zu tief, trägst du bei R3 X = 1.5 und Y = -0.5 ein (im Feld mit Punkt statt Komma eingeben). Danach das Rückseiten-PDF neu exportieren und noch ein Testblatt drucken. Meist sitzt es nach ein bis zwei Runden.

Wichtig für den alten Zwei-PDF-Weg: Dort wirken die Offsets auf jeden PDF-Export, nicht nur auf den Rückseiten-Lauf. Vor dem Export der Vorderseiten müssen sie auf null stehen - entweder über "Reset offsets" oder über die Presets im nächsten Abschnitt. Die Duplex-Datei nimmt dir das ab: Dort verschieben die Offsets nur die Rückseiten-Seiten, die Vorderseiten bleiben unverändert die Referenz.

Layout-Presets: einmal kalibrieren, immer wiederverwenden

Neben den Offset-Feldern sitzt der Block "Presets" mit zwei Spalten, "Front" und "Back", jeweils mit "Save" und "Load". Ein Preset speichert die komplette Layout-Konfiguration: Papierformat, Kartenabstand (Gap), Bleed, alle Schneidelinien-Einstellungen und alle sechs Reihen-Offsets. Gespeichert wird lokal im Browser, kein Konto nötig.

Der eingespielte Ablauf für jeden weiteren Duplex-Druck:

Preset-gesteuerte Duplex-Offsets: Für den Ein-Datei-Weg kannst du dir sogar die Load-Klicks sparen. Kalibrierung einmal pro Seite speichern wie oben, dann unter den Preset-Buttons den Schalter "Apply presets on duplex export" einschalten. Jeder Duplex-Export wendet die passenden Offsets automatisch auf die richtigen Seiten an: Vorderseiten nehmen das Front-Preset, Rückseiten das Back-Preset, gespiegelt und pro gedruckter Reihe. Solange der Schalter an ist, werden die Offset-Felder in der Seitenleiste für die Duplex-Datei ignoriert; ein nie gespeichertes Preset zählt als null. Welches Preset gerade mit den Feldern übereinstimmt, zeigt das Tool grün an.

Die Kalibrierung gilt pro Drucker. Wechselst du den Drucker oder fällt dir ein neuer Versatz auf, druckst du einfach wieder ein Testblatt und speicherst das Back-Preset neu.

Häufige Fragen

Duplex-PDF oder zwei getrennte PDFs - was nehme ich?

Für normale Decks und alles mit DFCs: das Duplex-PDF. Es spiegelt die Rückseiten korrekt zur Wendekante und wendet deine Offsets nur auf die Rückseiten-Seiten an. Die zwei getrennten PDFs bleiben der richtige Weg, wenn du einen Vorrat einheitlicher Rückseiten-Bögen vordrucken willst, denn dieser Lauf druckt ungespiegelt genau das, was die Vorschau zeigt.

Mein Versatz ist auf jedem Blatt anders. Was nun?

Einen konstanten Versatz gleichen die Reihen-Offsets zuverlässig aus. Schwankt der Versatz von Blatt zu Blatt, liegt es meist am Papierweg: schweres Papier, einzelne Blätter statt Stapel und der manuelle Einzug machen viele Drucker deutlich wiederholgenauer.

Brauche ich überhaupt bedruckte Rückseiten?

Nein. Viele spielen Proxies in Sleeves mit undurchsichtiger Rückseite, dann reicht das normale Vorderseiten-PDF ("Export as PDF / Print"). Der Duplex-Workflow lohnt sich für Decks ohne Sleeves, Double-Sleeving mit Klarsichthüllen und für doppelseitige Karten.

Passt der Workflow auch für US Letter oder A3?

US Letter funktioniert genau wie A4: drei Kartenreihen, die Offsets und Presets greifen identisch. Bei größeren Formaten wie A3 oder Tabloid passen vier Kartenreihen auf die Seite; Offset-Felder gibt es nur für die ersten drei Reihen, Reihen darunter drucken unkorrigiert. Das Testblatt-Prinzip bleibt bei jedem Format identisch.

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